Überblick
Flow
Lernen
BioLogik
Gordon-Modell
  Definition
  Probleme
  Aktives Zuhören
  Ich-Botschaften
  Konflikte
  Wertkollision
 
Analyse
Motivation
Material & Sinne
Filter
Verarbeitung
Konzentration
Wiedergabe
 
Lösung
Lernmaterialien
Motivation
Mnemotechniken
Wiedergabe
 
Beispiele
Hausaufgaben
Mathematik
Naturwissenschaften
Sprachen
Geisteswissenschaften
Sport, Kunst, Musik
www.flow-learning.de > Überblick > BioLogik > Die 5 Triebe

Ich-Botschaften

Wenn sie ein Verhalten ihres Kindes oder Schüler als unangenehm empfinden und es sie stört, das Kind selbst aber kein Problem mit seinem Verhalten hat, dann wird es Zeit für eine Ich-Botschaft. Die Ich-Botschaft dient dazu dem Gegenüber nachvollziehbar und deutlich klar zu machen, warum sein Verhalten für sie nicht tragbar ist.

Formulieren von Ich-Botschaften

Ich-Botschaften bestehen aus drei Teilen:

Auslösendes Verhalten - Eigenes Empfinden - Auswirkung

Nehmen wir als ein einfaches Beispiel das "Nicht-Tisch-decken-wollen" der Kinder. Die meisten Eltern sagen dann etwas in der Art wie "Jetzt hilf halt auch mal!", oder "Muss ich eigentlich immer alles selbst machen?". Im letzteren Fall bekommt man im schlimmsten Fall dann auch noch die Antwort "Ja." und der Streit geht erst richtig los. Vielleicht versucht sie es einmal anders.

Beschreiben sie zunächst das auslösende, störende Verhalten: "Wenn du nicht beim Tischdecken mit hilfst,..." Lassen sie sich nicht daran stören, dass die Ich-Botschaft mit "du" beginnt. Das ist in Ordnung. Sie müssen nur darauf achten, dass die Beschreibung nicht erniedrigend wird, beispielsweise so: "Wenn du statt den Tisch zu decken nur faul rumliegst und die Luft verbrauchst,..." Dann möchte ihnen natürlich keiner mehr helfen.

Es ist wichtig vollständige Ich-Botschaften zu senden, da ansonsten eine Verhaltensänderung des Gegenüber sehr unwahrscheinlich ist.

>Das spannende an Ich-Botschaften kann für den Sender die Erfahrung sein, dass viele seiner Reaktionen völlig willkürlich und unnötig sind, da es entweder keinen Grund für ihn gibt (das negative Gefühl fehlt) oder die Auswirkung fehlt. Dann hat der Sender ein Problem des Gegenübers zu seinem gemacht.

Gefühle

Wenn man einige Zeit mit Ich-Botschaften gearbeitet hat, kommt man zu der Einsicht, dass der Ausdruck des eigenen Gefühls in Worten sehr schwierig sein kann. Nicht nur weil man seine eigenen Gefühle erforschen muss, sondern weil man feststellt, dass manche Gefühle für das Kind besser einsichtig sind als andere. Vor allem das Gefühl "Ärger" führt meistens nicht zum Ziel: "Wenn ihr mir nur zuschaut, bin ich sehr ärgerlich, weil ich dann alles alleine machen muss und keine Zeit für andere Dinge habe."

Ärger ist ein sogenanntes sekundäres Gefühl. Es ist die Summe vieler einzelner Gefühle oder der Überbegriff für viele Gefühle. Sie sollten sich darauf konzentrieren echte Gefühle zu nennen: Furcht, Schmerzen (weh tun), Verlegenheit, Enttäuschung, Angst, aufgebracht sein, aufgeregt sein, Sorge, Trauer, unglücklich sein, Wut, Hass. Aber positive Gefühle sollten selbstverständlich genannt werden: Anerkennung, Freude, Zufriedenheit, Erleichterung, Dankbarkeit, Glück.

Nicht-Annahme der Ich-Botschaft

"Warum reagiert mein Kind nicht auf meine Ich-Botschaft? Ich mache doch alles richtig. Alle drei Elemente Handlung-Gefühl-Wirkung sind vorhanden und dennoch passiert nichts."

Natürlich kann es immer wieder passieren, dass ihr Kind nicht reagiert. Das ist normal und kann bei Menschen immer passieren. Schließlich sind sie Menschen mit eigenem Willen. Sie als Botschaftssender sollten sich aber dennoch über folgende Punkte Gedanken machen. Denn es gibt viele Faktoren, die den Erfolg einer Ich-Botschaft ausmachen.

  1. Hören sie aktiv zu, wenn ihr Kind Probleme hat? Nur wenn ihr Kind sich von ihnen angenommen fühlt, hört es ihnen ebenfalls zu.
  2. Stimmt die Stärke und Intensität ihrer Botschaft mit ihrer Intonation überein. Nur wenn sie ehrlich und echt wirken, sind sie auch überzeugend.
  3. Wie reagieren sie, wenn das Kind nicht reagiert? Flippen sie aus, fangen sie zu schreien an, ist es ihnen egal? Bemühen sie sich darum ihr Kind als ernsthaften Gegenüber wahrzunehmen. Lesen sie im Kapitel über Konflikte nach.
  4. Haben sie vielleicht doch eine versteckte Lösung mit gesendet: "Mich macht es wütend (Gefühl>, wenn du bei den Hausaufgaben mich ständig etwas fragst (Handlung), weil ich dann mit meiner Arbeit nicht rechtzeitig fertig werde (Wirkung). Jetzt setzt dich auf den Hosenboden und konzentrier dich halt mal!(Lösung)."
  5. Greifen sie sonst eher zu den Mitteln der Machtanwendung und Autorität? Dann sind, vor allem am Anfang, die Ich-Botschaft natürlich ein bisschen komisch für das Kind. Das wird sich geben, wenn sie konsequent an sich arbeiten und auf die althergebrachten Erziehungsmethoden verzichten.

Lassen sie sich und ihrem Kind Zeit in die neue Kommunikation hineinzuwachsen. Die neue Ehrlichkeit ist ungewohnt für beide. Sie müssen sich zwingen zu offenbaren und ihr Kind muss Vertrauen in ihre Ehrlichkeit bekommen.

www.flow-learning.de > Überblick > BioLogik > Die 5 Triebe